5 Fragen zum Thema „Weihnachten, Kinder und Geschenke“

Weihnachten gilt als Fest der Familie. Viele Eltern bemühen sich jedes Jahr aufs Neue, um dieses Fest für ihre Lieben zur unvergesslich schönen Erinnerung werden zu lassen.

Geschenke dürfen da nicht fehlen, stellen sie doch zumeist ein Symbol für die Liebe dar, für die Menschen, die uns am Herzen liegen.

1. Sollen wir unseren Kindern alle Wünsche erfüllen?

Ein Wunschzettel ist kein Bestellschein. Daher sollen Eltern die Wünsche ihrer Kinder zwar ernst nehmen, sich aber auch bewusst machen, dass sie nicht jeden Wunsch erfüllen müssen. Vielmehr gilt es, eine sinnvolle Auswahl zu treffen.

Den Kindern im Vorhinein zu erklären, warum bestimmte Wünsche unerfüllt bleiben, nützt dem Kind mehr, als wenn Eltern unkritisch jeden Wunsch erfüllen. So lernen die Kinder, dass nicht jeder Wunsch im Leben erfüllt werden kann.

2. Wieviele Geschenke sollen unter dem Baum liegen?

Kurzfristig kann der Begeisterungssturm über das neueste, größte, beste Spielzeug verlockend sein. Aber schnell wird man sehen, dass dieses Erlebnis nicht ohne Dosis-Steigerung wiederholbar ist. So funktioniert die menschliche Psyche nun einmal: Endorphine im Gehirn machen glücklich, das Gehirn gewöhnt sich rasch daran und das Glück von gestern wird der Normalzustand von heute.

Ein Kind packt ein tolles Geschenk aus, freut sich, sieht die nächste, verlockende Verpackung, freut sich noch mehr, dann die nächste und so weiter. Es kommt in einen „flirrigen“ Gefühlszustand, viele Eltern nennen das „überdreht-sein“. Dieser instabile Zustand endet meistens in einer Explosion mit vielen Tränen und Geschrei.

Tipps damit die Geschenkeflut die Kinder nicht überschwemmt: Wenige Geschenke, Zeit lassen, Spielraum einplanen, nicht im Kreis um das Kind herumstehen und es „anfeuern“.

3. Welche Geschenke sind sinnvolle Geschenke?

Wohl nichts ist im Zeitalter von Internet, Twitter und Facebook so kostbar wie echte gemeinsame Erlebnisse. Über die Medien können wir oberflächlich zwar ganz viele Infos austauschen. Doch ein „richtiges“ Gefühl der gegenseitigen Verbundenheit entsteht in Zeiten, in denen man gemeinsam tolle Dinge macht.

Deshalb meine Empfehlung: Altersentsprechende Gemeinschaftsspiele, die das Kind wirklich mag und ihm hoffentlich viel Freude machen werden, für die sich jeder Zeit nimmt und bei denen alle viel Spaß miteinander haben können. Die prämierten „Spiele des Jahres“ (oder des Vorjahres) sind da meistens ein guter Tipp.

4. Was können wir beim Schenken falsch machen?

Wer Kinder beschenkt, will Herzenswünsche erfüllen. Wenn Sie ein Kind allerdings täglich nach seinen Wünschen fragen, wird es täglich seine Ideen ändern. Das sind dann keine Herzenswünsche, sondern nur Eintagsfliegen – genau so schnell kann die Freude bei der Bescherung vergehen.

Heikel ist außerdem Spielzeug das gefährlich ist und Dinge, die Sie als Erwachsene später ärgern oder stressen: die Trommel, das Haustier, das teure Kleidungsstück, das nicht gemocht wird, die Spielzeugwaffe, die man nicht daheim haben mag.

5. Wie können wir die Herzenswünsche unseres Kindes herausfinden?

Schenken ist eine besondere Art der Kommunikation. Direkt oder indirekt die Wünsche der Kinder zu erfragen ist natürlich immer eine gute Idee.

Besonders wertvoll jedoch sind jene Ideen, die wir über unsere Beobachtung gewinnen. Denn das vermittelt dem Kind die Botschaft: „Ich mag dich und schau gut auf dich.“, „Du bist mir wichtig und hast deshalb auch lange vor Weihnachten meine Aufmerksamkeit.“

Zu guter Letzt

„Erst wenn Weihnachten im Herzen ist,
liegt Weihnachten auch in der Luft.“
William Turner Ellis

Wenn wir auf die Weihnachtsfeiern unserer eigenen Kindheitstage zurückblicken, sehen wir vielleicht, dass es weniger die Geschenke sind, die sich uns eingeprägt haben, als vielmehr das ganze Drumherum. Es sind bestimmte Bilder, Gerüche, Klänge, Stimmungen und die Atmosphäre insgesamt.

Am wichtigsten ist daher das friedliche und freundliche Zusammensein: kein Streit, natürlich kein Schimpfen und keine Gewalt. Überschäumende Hektik, Alkohol, überhöhte Ansprüche an sich selbst… zerren am Nervenkostüm der Eltern und (zer-) stören das harmonisch-liebevolle Miteinander.

Vielleicht hilft es also sich zu fragen: „Wie soll mein Kind in 20 Jahren über Weihnachten denken?“, „Was möchte ich, dass es sich langfristig als Familienweihnachtserinnerung mitnimmt?“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben frohe und besinnliche Weihnachten!

Herzlich Ihre
Simone Fröch


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